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Technische Grundlagen DVD

Die DVD-Disc

Die DVD (Digital Verstile Disc) ist ein optischer Datenspeicher in Disc-Format, abgeleitet von der CD, mit 120mm Außen-Durchmesser, 15mm Naben-Durchmesser und 1,2mm Dicke.

DVD-Video
DVD-Format, primär für hochwertige digitale MPEG-2 Filmwiedergabe entwickelt
(MPEG-1 ist auch möglich), Dateisystem : UDF1.02 (ISO13346) eingebettet in ISO9660.
DVD-Video belegt den Ordner VIDEO_TS.

DVD-Audio
DVD-Format, primär für hochwertige digitale Tonwiedergabe in
verschiedensten Formaten und Kanalkonfigurationen entwickelt.
Dateisystem ebenso wie DVD-Video.
DVD-Audio belegt den Ordner AUDIO_TS.

Bei DVD-Video hat der Video-Stream Präsentations-Vorrang vor Audio,
bei DVD-Audio hat der Audio-Stream Präsentations-Vorrang vor Video.

Des weiteren sind reine Daten-DVD (ISO9660)
sowie weitere Sonderformen und Hybride möglich.

DVD-5
Auf einer hauchdünnen und im Träger vergrabenen Reflexions-Schicht ist eine
von innen nach außen verlaufende Spiralspur angelegt.
Das Speichervolumen der DVD-5 beträgt je Seite 4,7GB(dec)

DVD-9
Um auf einer Disc mehr Speicherkapazität unterzubringen,
sind bei der DVD-9 zwei unterschiedlich tief vergrabene Schichten in der Trägerdisc untergebracht
Die oberflächennahe Schicht (Layer0) läuft von innen nach außen, dort findet der Layer Break (LB) statt.
Der Laser wird danach leicht geneigt (Tilt) und auf die tiefere Schicht refokussiert (Refocus).
Dort schließt sich die tiefere oberflächenfernere Schicht an (Layer1).
Diese läuft entweder zurück nach innen bis zur Nabe (Opposite Track Path = OTP)
oder beginnt wieder an der Nabe und läuft nach außen (Parallel Track Path = PTP)
Das Speichervolumen der DVD-9 beträgt je Seite 8,5GB(dec)

Gepreßtes Format DVD-ROM
Die Daten werden durch lithographische Pressung und darauffolgende Metallisierung
in Form mikroskopischer Vertiefungen optisch auslesbar und unveränderlich gespeichert.

DVD-Video auf DVD-ROM muß als DVD-5 und DVD-9 von allen DVD-Playern abgespielt werden können.

Einmal beschreibbare Formate DVD+-R
Hauptentwickler DVD-R: Pioneer, Toshiba, Panasonic, JVC etc.
Hauptentwickler DVD+R: Sony, Philips etc.

Wiederbeschreibbare Formate DVD+-RW, DVD-RAM
Zum "+" bzw. "-" Standard wurde vom jeweiligen Entwicklerteam
das entsprechende wiederbeschreibbare +RW/-RW Format aufgelegt,
Panasonic beschreitet mit DVD-RAM einen Sonderweg.

Wie auch bei den Videokassettenformaten VHS, Beta, Video2000, (um 1978-1980)
fand nun bei den beschreibbaren DVD-Formaten ein Formatkampf statt,
der den vorstellenden Firmen Marktanteile sichern sollte.

Auch hier wurden bewußt bestimmte Inkompatibilitäten in die Formate
"hineinkomponiert", die den Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung
mal auf die eine, mal auf die andere Seite ziehen sollten.

Hier hat jedoch der Verbraucher mit seiner einfachen Forderung gesiegt:

Es muß funktionieren!

Seit 2005 bemühen sich nun fast alle Hersteller (mit wenigen Ausnahmen)
fast alle DVD-Versionen (+R/-R/+RW/-RW/+R DL/-R DL)
zumindestens als abspielbares
und bei DVD-Recordern auch beschreibbares Medium anzubieten.

Nur DVD-RAM führt, da ausschließlich von Panasonic betrieben, ein Schattendasein.

DVD-R, DVD+R
Daten werden auf eine organische Azo-Farbstoffschicht (Dye) in Form von
Hell-Dunkel-Übergängen geschrieben (gebrannt) und können wieder ausgelesen werden.

Playerkompatibilität DVD-R, DVD+R
Baujahre vor 2000: nicht garantiert.
Baujahre 2000-2002: geschätzt 50%, firmenspezifische -R/+R Blockierung.
Baujahre 2003-2005: geschätzt 90%, firmenspezifische -R/+R Blockierung.
Baujahre ab 2006: geschätzt 95%, firmenspezifische Blockierung wird aufgegeben.

DVD-RW, DVD+RW, DVD-RAM
Eine Schreibschicht aus einem eutektischen Material mit Phase-Change-Effect sichert,
daß Daten sogar wieder gelöscht, erneut geschrieben und gelesen werden können.

Playerkompatibilität DVD-RW, DVD+RW
Baujahre vor 2000: nicht garantiert.
Baujahre 2000-2002: geschätzt 30%, firmenspezifische -RW/+RW Blockierung.
Baujahre 2003-2005: geschätzt 60%, firmenspezifische -RW/+RW Blockierung.
Baujahre ab 2006: geschätzt 80%, firmenspezifische Blockierung wird aufgegeben.

Playerkompatibilität DVD-RAM
Nur Panasonic-DVD-Player und DVD-Recorder beherrschen dieses Format.

DVD+R DL, DVD-R DL
Der Suffix DL zeigt für "+" Double Layer sowie für "-" Dual Layer an
(doppelschichtige DVD).
Einmal beschreibbare DVD+R DL(-R DL) mit 8,5GB(dec) Volumen.

Playerkompatibilität DVD+R DL
Baujahre vor 2000: nicht garantiert.
Baujahre 2000-2002: nicht garantiert, geschätzt 10%,
Baujahre 2003-2005: Beginn der Einführung 2004, geschätzt 40%,
Baujahre ab 2006: geschätzt 60%.

Playerkompatibilität DVD-R DL
Nur ganz wenige neuere (ab 2007) DVD-Player können DVD-R DL abspielen !

DVD-Video

Eine Spezifikation, die 1993-1995 für die Wiedergabe digitaler Filme von DVD-Disc entwickelt wurde.
Fertiggestellt von japanischen und amerikanischen Firmen
unter Führung von Toshiba im Dezember 1995.

Um zu verstehen, warum manche PAL-relevanten Sachverhalte in mancher Software
u.U. zuerst fehlerhaft interpretiert gewesen sein könnten, ist es wichtig,
zu erkennen, daß die Entwickler der ersten Stunde alle NTSC-Länder sind.

Für DVD-Video sollen Filme im Video-Kompressions-Hauptformat MPEG-2 digitalisiert werden.
Es müssen die Systeme NTSC 525/60 und PAL 625/50 nach ITU-Recommendation BT.601 (früher CCIR 601) bedient werden.
Dies sind grundsätzlich inkompatible "interlaced" TV-Systeme,
deren Video-Composite-Signal einschließlich Sync und Blanking
mit einer einheitlichen Video-Sample-Rate von 13,5 MHz abgetastet,
konvertiert und wieder dargestellt werden soll.
(Die Zahlen 525 bzw. 625 geben die Anzahl der theoretischen Zeilen
im Video-Signal-Timing je Vollbild an,
nicht etwa die Anzahl der Zeilen, die Bildinhalt tragen.
Die Anzahl der wirklichen Bildzeilen ist geringer,
da für die Übertagung von Sync-Impuls, Austastlücken, Bildrücklauf,
Timecode, VideoText, Closed Captions (nur NTSC) weitere Zeit aufgewendet werden muß
deren Dauer sich ebenfalls in "Zeilen" ausdrücken läßt.)

Zeitliche Auflösungen (Temporal Resolutions)
Wie wird nun das Timing dieser beiden ziemlich inkompatiblen Formate in einem DVD-Player gelöst?
NTSC hat in Wirklichkeit eine definierte Field Rate von 60.000/1001 Fields/s. Das entspricht einer Bildfolgefrequenz von 30000/1001 fps. (29,97002997002997...fps) Die bekannten 30 fps werden nur informell verwendet,
die 29,97 fps sind eine brauchbare Näherung.
PAL hat genau 25 fps (50 Fields/s).
In den IFO-Dateien der DVD-Video werden als Systembildrate
für NTSC nur einfach "30" und für PAL "25" abgelegt.
Als gemeinsame Zeitbasis wird in DVD-Playern meist ein 27-MHz-Quarz-Oszillator verwendet.
Dieser gibt nach 2:1 Frequenzteilung für beide Systeme NTSC und PAL
die für NTSC und PAL gleiche Video-Abtastrate von 13,5 MHz aus.

(Bei Oversampling-Playern kann der Video-DAC auch bis 54 und sogar 108 MHz getaktet werden.
Dabei kann die Quarzfrequenz entsprechend höher liegen oder vervielfacht werden)

Ausgehend von 27 MHz erhalten wir dann durch 300:1 Frequenzteilung
die playerinterne System Clock von 90 kHz.
Dies sind die "Ticks", nach denen sich jegliches DVD-Timing richtet.
Nun kommt der Trick, wie man doch noch zu der "krummen" NTSC-Framerate kommt:
NTSC: Divider (Denominator) 3003
PAL: Divider (Denominator) 3600
90000:3003 = 30000:1001 = 29,97002997002997...
90000:3600 = 30000:1200 = 25,00000000000000...

Räumliche Auflösungen (Spatial Resolutions)
Als räumliche Auflösungen sind die systemspezifischen
Standard-Auflösungen NTSC/PAL FullD1, NTSC/PAL Broadcast D1(SD), und deren horizontale Halbauflösungen (NTSC/PAL Half D1) zugelassen.

Bietet ein DVD-Player SVCD-Abspielfähigkeit,
kann die jeweilige System-SVCD-Auflösung in MPEG-2(2/3 D1) hinzukommen.
Das wären für NTSC-SVCD 480x480 sowie für PAL-SVCD 480x576.
Bietet ein DVD-Player VCD-Abspielfähigkeit,
kann die jeweilige System-VCD-Auflösung in MPEG-1(SIF VCD) hinzukommen.
Das wären für NTSC-VCD 352x240 sowie für PAL-VCD 352x576.
Hat man einen besonders flexiblen DVD-Player, kann man u.U. auch noch erhoffen,
weitere Nicht-Standard-SAT-Auflösungen
wie 544(528)x480 und 544(528)x576 abspielen zu können.

Abtastauflösung (Sample Resolution)
Das menschliche Auge unterscheidet am besten reine Helligkeitsunterschiede,
gefolgt von Farbunterschieden im Mittelspektralbereich von Gelb bis Grün,
am wenigsten empfindlich reagiert es auf Farbunterschiede
an den Enden des Spektralbereichs (Rot, Violett).
Damit ergibt sich die Möglichkeit des Auftrennens von Helligkeits- und Farbinformationen, um den Farbinformationen geringere Bandbreiten
zugunsten einer verbesserten Helligkeitsinformation zuweisen zu können. Die Grundzüge dieses Verfahrens waren bereits 1938
von dem französischen Ingenieur Georges Valensi patentiert worden.
Auch im für MPEG-2 verwendeten YCbCr
werden Helligkeits-und Farbinformationen getrennt übertragen. Abgetastet wird mit 8 bit.
Möglich wäre somit eine Farbtiefe von 24bit (3x8bit)
(je Komponente 256 Stufen von 0-255).
Jedoch um die (später nicht mehr notwendig gewordene)
Übertragung des negativen Sync-Impulses
sowie unverzerrte Übertragung eventuellen Überschwingens
beim Postprocessing zu ermöglichen,
wurde der gültige Signalbereich für Y auf 16-235
(Schwarz = 16, Weiß = 235, Helligkeit in 220 Grauwertstufen),
Cb sowie Cr(Farbdifferenzsignale Blau-Y bzw. Rot-Y/gewichtet)
(Farbdifferenzsignale jeweils in 225 Farbstufen von 16-240,
Neutralwert bei 128, Aussteuerung bis +-112 ) begrenzt festgelegt.
Somit sind in MPEG-2 nicht 24bit = 256*256*256 = 16.777.216 Farben,
sondern nur 220*225*225 = 11.137.500 Farben darstellbar.

4:2:0 Chroma Subsampling (Unterabtastung des Chroma-Signals)
Grundzüge des Chroma Subsampling wurden um 1950 von Alda Bedford für RCA erforscht
um in das bestehende Schwarzweißsystem möglichst sparsam
noch etwas Farbinformation "hineinzumogeln", ohne die bestehenden Bandbreiten
und damit die TV-Sende-Kanalraster erweitern zu müssen.
Daraus wurde YIQ, analoge Farbübertragung in NTSC.

ITU-Rec. BT.601 sieht zuerst 4:2:2 Chroma Subsampling vor.
4:2:2 bedeutet, daß die räumlich horizontale Farbauflösung
gegenüber der räumlichen Helligkeitsauflösung halbiert wird.
Die Farbwerte werden jeweils für 2 horizontal benachbarte Pixel gemittelt.
Die räumlich vertikale Farbauflösung bleibt in 4:2:2 unverändert.

Für DVD-kompatibles MPEG-2 wird nun die Farbauflösung ein weiteres Mal halbiert,
nämlich auf 4:2:0. Nun liegt auch in räumlich vertikaler Richtung
nur noch die halbe Farbauflösung vor.
Effektiv enthalten damit die beiden Farbdifferenzkanäle
jeweils nur noch ein Viertel der ursprünglichen 4:4:4 Farbinformation,
die beim Abtasten des Videosignals vorlag.
Das menschliche Auge verzeiht dies aber weitgehend.
Nur dünne, kantenscharfe und besonders farbgesättigte Bildelemente leiden darunter.

Hier die Video-System-Übersicht

Interlaced-Formate (Video)
NTSC 480/29,97i
PAL 576/25i

Progressive-Formate (Film)

NTSC Film 720(704)x480x23,976p (genauer 24000/1001 fps)
Echtes 24p Filmmaterial wird Frame by Frame "progressive" encodiert
und mit tff/rff Flags versehen.
Beim Abspielen liest der Player diese Flags, führt intern den 3:2-Pulldown durch
und gibt über CompositeVideo wieder NTSC 480/29.97i aus.
Die Wiedergabe ist dabei auf 1000/1001 (um ca. 0,1%) verlangsamt, nicht bemerkbar.

PAL Film 720(704)x576x25p
A: Motion compensated 24p Film->25p PAL-Transfer:
Echtes 24p Filmmaterial wird in echtes 25p umgerechnet.
Dafür muß für alle Frames und alle Bildelemente eine Bewegungsanalyse durchgeführt
und Zwischenbilder neu berechnet werden. Sehr rechenaufwendig und teuer, aber gut.
B: PAL Speedup: Echtes 24p Filmmaterial wird unverändert Frame by Frame "progressive" encodiert.
Bei der Wiedergabe in 25p ist der Film auf 25/24 (um ca. 4,16666..% beschleunigt, (PAL Speedup). Dies ist durchaus bemerkbar, unter anderem verkürzt sich die Speldauer eines Films um 144 s pro Stunde
Die Audio-Dauer muß deshalb dementsprechend verkürzt werden,
dabei muß aber die Tonhöhe beibehalten werden.
C: PAL 2:2:2:2:2:2:2:2:2:2:3 Pulldown:
11 Frames werden auf 22 Fields verteilt, das 12.Frame auf 3 Fields.
Das ruckelt leider aller 0,5s und ist für dynamische Handlung nicht allzu brauchbar.

PAL Film 25p wird dann mit rff und tff-Flags sowie dem "Film (PAL only)" Flag versehen.
Beim Abspielen folgt der Player diesen Flags, führt intern den entsprechenden Pulldown durch
und gibt über CompositeVideo wieder PAL 576/25i aus.

Wenn der DVD-Player-Hersteller es implementiert hat,
DVD-Player und Display über die erweiterten Anschlüsse verfügen
und der Benutzer über ein Progressive-taugliches Video-Display verfügt,
kann der Benutzer über das DVD-Player-Setup auch einstellen, daß der DVD-Player,
falls eine "echte" NTSC Film 23,976p oder PAL Film-25p-DVD vorliegt,
auch ein echtes Progressive-Signal ausgibt.
"Progressive" ist nur über HDMI- oder Component Video-Outputs verfügbar.
Composite Video (CVBS,gelbe Cinch Buchse) kann und darf nur "Interlaced" können.

Hier nun die System-Auflösungs-Übersicht. (System_Bild-Zeilenzahl_Framerate/Fieldrate_progressive/interlaced)

NTSC Full D1 720x480x29,97i
NTSC Broadcast D1 704x480x29,97i
NTSC Film 720x480x23,976p
Playerinterner 3:2 Pulldown, Composite-Ausgabe als 29,97i oder Augabe als 23,976p über Component und/oder HDMI NTSC Half D1 352x480x29,97i

NTSC SVCD (MPEG-2) 480x480x29,97
NTSC SIF VCD (MPEG-1) 352x240x29,97

PAL Full D1 720x576x25i
PAL Broadcast D1 704x576x25i
PAL Film 720x576x25p
Playerinterner 2:2 Pulldown, Composite-Ausgabe als 25i oder Augabe als 25p über Component und/oder HDMI PAL Half D1 352x576x25i

PAL SVCD (MPEG-2) 480x576x25
PAL SIF VCD (MPEG-1) 352x288x25

Kompressionsformate:
MPEG-1,
MPEG-2 MP@ML (Main Profile @ Main Level)

Das digitale Haupt-Kompressionsformat, welches 1995 als für DVD
geeignet ausgewählt wurde, ist MPEG2 MP@ML.
MPEG-1 darf in VCD-Auflösung ebenfalls verwendet werden,
da der Decoder dies in der Regel mit erledigen kann

MPEG-2

Film basiert auf der kompletten photographischen Speicherung
und Wiedergabe von vollwertigen Einzelbildern (Frames).

Ton kann auf verschiedene Weise dazu gespeichert werden.

Analog Video tut dasselbe, speichert aber statt auf Film auf Magnetband.
Digital Video versucht dasselbe, muß aber anerkennen,
daß die bitgenaue Wandlung und Speicherung so viel Speicherplatz benötigt,
daß es für den End-Verbraucher unerschwinglich würde.

Hier wird Datenreduktion erforderlich.
Eine unübersichtliche Vielzahl von Digital-Video-Formaten wurde geschaffen. Einige ressourcenverschlingende für professionellen Einsatz,
< viele "sparsamere", dafür aber minderwertige für den algemeinen Einsatz.

Versuche, die Datenmenge pro Stunde Film zu verringern,
führten zu Abtast- (Sample-) räumlicher (Spatial-) und temporaler Auflösungsreduktion, Farbraumreduktion, RGB->YUV -Konversion,
damit wird Farb-Unterabtastung möglich (Colour-Subsampling)

MPEG-1 und MPEG-2 basieren ebenfalls auf Datenreduktion,
bedienen sich aber zusätzlich des DCT-Algorithmus, ähnlich wie bei JPEG.
DCT transformiert Bild-Ortsfrequenzen,
getrennt nach Y (Helligkeit in 220 Grauwertstufen von 16-235),
Cb (Farbdifferenzsignal Blau-Y/gewichtet), Cr (Farbdifferenzsignal Rot-Y/gewichtet),
jeweils in 225 Farbstufen von 16-240,
innerhalb eines Blocks zu Koeffizienten und legt nur noch diese Koeffizienten ab.

MPEG-2 bedient sich noch zusätzlich der Möglichkeit, nicht alle Frames vollwertig
übertragen zu müssen, sondern versucht, auch noch weitere Einsparmöglichkeiten auszunutzen.

Hierbei werden folgende Annahmen gemacht:
Es muß zuerst der 1. Frame eines Films komplett übertragen werden.
Dieses Vollbild wird I-Frame (Intra-Frame)genannt.
Bildmathematische Annahme A:
Da alles, was wir filmen, eine Masse hat, werden Bewegungen stetig verlaufen!
Damit ist der Bewegungsverlauf realer Objekte gut vorherzusagen.
Ein guter Ansatz für weitere Datenreduktion!
MPEG-2 versucht, den Bildschirm in 16x16 Pixel große Macroblöcke einzuteilen und,
falls ein Bewegungsvektor für einen solchen Macroblock gefunden werden kann,
(Motion Estimation, Motion Calculation) nur noch diesen Bewegungsvektor zu speichern.
Ein Bild, das aus Bewegungsvektoren zum vorherigen Bild berechnet wird,
wird P-frame genannt(Predicted frame).

Bildmathematische Annahme B:
In einer Folge von Film-Einzelbildern (Frames)
werden sich die einzelnen Frames meist nur wenig unterscheiden.
Für einen folgenden Frame muß in manchen Fällen
nur noch die Differenz-Information zum vorherigen Frame encodiert werden.
Für den folgenden Frame vielleicht ebenfalls.
Natürlich werden sich auf diese Weise Kalkulationsfehler addieren,
also muß irgendwann wieder einmal ein komplettes Bild (I-Frame) encodiert werden.
Hat man dieses 2. I-Frame encodiert, kann man natürlich die u. U. fehlerhaften vorherigen Teilbilder korrigieren, indem man sozusagen auch noch die Rückwärts-Differenz zum 2. Vollbild ablegt und zur Korrektur verwendet.
Diese Frames, die sich auf beide benachbarten Frames beziehen,
heißen B-Frames (Bidirectional Frames)

Alle Frames, die auf diese Weise mathematisch voneinander abhängig sind,
bilden eine GOP (Group Of Pictures).
Für eine hinreichend fehlerarme DVD-Video-Wiedergabe
sollte etwa aller 0,5 s eine neue GOP beginnen.

Auf diese Weise müssen für die überwiegende Mehrzahl der Frames nur Bewegungsvektoren (P-Frame) oder Pixel-Differenzen zum vorherigen und nachherigen Bild (B-frame)
berechnet, encodiert, gespeichert, übertragen und wieder decodiert werden.
Dies erfordert zwar erheblich mehr Prozessorleistung beim Encodieren und Decodieren
sowie mathematisch ausgeklügelte Algorithmen, spart aber Speicheplatz und Datenrate.

Achtung: Falls Annahme A unberechtigt ist,
werden u.U. bei zu "geizigen" Bitraten die Makroblöcke sichtbar.
Dies trifft vor allem unkorrelierbare Bewegungsabläufe
wie Wasserwellen, Feuer, Explosionen, zittrige Kameraführung.
Ebenso gilt: Wenn die Annahme B unberechtigt ist,
d.h. der Encoder findet zu wenig oder gar keine Übereinstimmung
zwischen den benachbarten Bildern, greift er sozusagen ins Leere
und muß viel Bitrate für gleiche Bildqualität aufwenden.
Dies ist der Fall bei Bildrauschen, Filmkorn und harten Schnitten.
Im Falle eines harten Schnittes (Szenenwechsel) kann und sollte der Encoder
(ganz gleich ob manuell oder automatisch) ein zusätzliches I-Frame einfügen.
Gut restauriertes Filmmaterial, perfekt belichtete Szenen
für rauscharmen Kamera-Output und eine ruhige Kameraführung
sind die besten Voraussetzungen für Spitzen-Encoding-Resultate!
Dann kann mit Video-Datenraten von 4,5 Mbit/s eine brauchbare und bei 9,6 Mbit/s material- und softwareabhängig eine sehr gute SD-Video-Wiedergabe erreicht werden.

Dasselbe Video-Material hätte auf DV 25 Mbit/s und unkomprimiert 160 Mbit/s benötigt!

DVD-Bitrate-Grenze
Die Summe der Bitraten aller gleichzeitig wiederzugebenden Streams
(1 Video + 1 Audio + 1 Subtitle) darf maximal 9,8 Mbit/s betragen!
Ein Sicherheitsabstand zu dieser Grenze ist einzuhalten.
Für Multiangle-Video ist ein weiterer Sicherheitsabstand einzuhalten. Jeder Vide-Angle darf maximal mit 6Mbps encodiert werden, jede GOP muß gleiche Bitlänge haben.

Die logische Struktur der DVD-Video

Um Filmmaterial mit gleichen Streamparametern und Zugriffsprivilegien
zusammenfassen zu können, wird das VTS (Video Title Set) definiert.

VTS (Video Title Set)
Auf einer DVD-Video sind 1 bis 99 Video Title Sets (VTS) möglich.
Jedes VTS ist gedacht für Filme (Titel) mit gleichen Stream-Parametern.
identischer Auflösung, Seitenverhältnissen, Audio-und Subtitle-Struktur.
1-5 VTS sind praktikabel.

VMG (Video Manager Menü)
Existieren mehrere VTS (die verschiedene Eigenschaften haben können),
so wird ein VMG-Menü erforderlich.

Title
Pro VTS sind 0 bis 99 "Titles" (auch "Movies", oder "Clips" genannt) möglich.

Das können z.B. sein: Vorfilm, Hauptfilm, Werbung, Making Of,
Credits, Diashow mit Bildern zum Film, Audio-Präsentation etc.

Auch Slideshows oder AudioTitles können einen "Title"
im Sinne der DVD-Spezifikationen darstellen.

Jeder "Title" kann vom Betrachter auswählbar 0 bis 9
(praktikabel sind 4) Video-Kamerawinkel,
0 bis 8 Audio-Tracks, jeweils von Mono bis 6-Kanal,
und 0 bis 32 (praktikabel sind 8) Untertitelspuren enthalten.

Der Betrachter kann, falls an der aktuellen Zeitmarke
mehrere Kamerawinkel verfügbar sind,
einen von diesen per Fernbedienung (ANGLE) auswählen.

Der Betrachter kann, falls an der aktuellen Zeitmarke
mehrere Audiospuren verfügbar sind,
eine von diesen per Fernbedienung (AUDIO) auswählen.

Der Betrachter kann, falls an der aktuellen Zeitmarke
mehrere Untertitelspuren verfügbar sind,
eine von diesen per Fernbedienung (SUBTITLE) auswählen.

Die hier angegebenen Spuranzahlen sind theoretische Maximal-Werte,
die in der Praxis bei bestimmten Bedingungen (z.B. gleichzeitig mehrere Aspect Ratios)
nicht erstrebt werden sollten.

Chapter (PTT, Part of Title, Kapitel)
Jeder "Title" kann zeitlich in 1 bis 99 Kapitel unterteilt werden,
um dem Betrachter den Sprung zu einer erwünschten Stelle in der Zeitachse
zu ermöglichen.

Diese Sprungpunkte können vom Author "unsichtbar"
(d.h. einfach mit der Vorsprung- oder Rücksprung-Taste der Fernbedienung navigierbar)
oder sichtbar (vom Menü aus direkt über eine Schaltfläche anspringbar) angelegt werden.

Die recht flexible Struktur der DVD-Video
erlaubt in guten Authoring-Programmen zusätzlich noch andere Inhalte !
Diese verhalten sich logisch ebenso wie ein "Title".

Slideshow (Diashow)

Für ein "Making Of" zum Hauptfilm empfiehlt sich eine Slideshow mit Musik-Untermalung.
Für eine reine Riesen-Bilder Präsentations-DVD können pro VTS
0 bis 99 Diashows mit je bis zu 99 Bildern angelegt werden (99 x 99= 9801 Bilder).

Jedes Bild kann betextet werden.
Jedes Bild wird als MPEG-Standbild enkodiert.
Das Timing ist in Sekundenschritten wählbar.
0 bis 2 Audiospuren können dazu laufen.
Pro DVD-5 können so ca. 20.000 Bilder (ohne Audio) untergebracht werden.

Sollen frei wählbare Übergänge und bewegter Text
sowie mehrere Songs pro Slideshow verwendet werden,
empfiehlt sich das Berechnen (Rendern) als echtes MPEG-2-Video.
Auch das führen wir gern aus!

Audio-Title

Eine wunderbare und viel zu selten genutzte Möglichkeit,
reine Tonspuren in höchster Qualität und den verschiedensten Formaten
bis 6-Kanal auf jedem DVD-Player abspielbar zu haben, ist der Audio-Title!

Es können pro VTS bis zu 99 Audio-Only Titles mit je bis zu 99 Songs angelegt werden.
Hierbei gilt: 1 Title = 1 Album.
1 Song = 1 Kapitel (Cell).
Jeder Audio-Title muß in einem Stück (=Album) in fs=48kHz Sampling-Rate vorliegen,
kann bis Kanalkonfiguration 7.1 (typisch 5.1) belegt sein
und kann im Einzelnen eins der folgenden Formate besitzen:

LPCM (.wav,.aiff.,raw) fs=48kHz,Q=16bit;
max Größe wav: 2GB(bin) Kanäle typisch 2.0;
MPEG-1 AudioLayer2 (.mpa,.mp2) fs=48kHz,Q=16/20/24bit Kanäle typisch 2.0;
DolbyDigital (.ac3) fs=48kHz Kanäle typisch 1.0,2.0, typisch bis 5.1;
DTS (.dts) fs=48kHz Kanalzahl typisch bis 5.1.

Pro Song ist vom Author ein frei wählbarer Hintergrundbildschirm anlegbar,
der z.B das Albumcover und den Namen des gerade laufenden Song-Titels anzeigt.
Sollten Songs nicht im benötigten Format vorliegen, trancodieren wir gern!

Multi-PGC-Title

Für spezielle Zwecke (Quiz, Präsentationen, interaktive Lehr-DVDs, etc.) sind auch nicht-sequenzielle Titel möglich.
Dieser kann 1-99 Movie-Segmente mit frei wählbaren Audio-Segmenten umfassen.
Jedes Movie-Segment kann in Abhängigkeit von bestimmten (0-128)
Register-Bedingungen angesprungen werden.

Bis zu 30 Menü-Zellen und 640 solcher Menüs sind pro VTS anlegbar.
Eine recht komplexe Angelegenheit.

Begrenzungen

All diese Möglichkeiten sind nur begrenzt durch:

a) die Dateigröße der DVD-Disc (4,7GB=4,38GiB bei DVD-5 (Single-Layer);
8,5GB=7,65GiB bei DVD-9 (Dual Layer)

b)bestimmte Restriktionen, die sich aus den 1995 bei TOSHIBA
in Japanisch niedergelegten, kostenpflichtig (5000$)
und nur vertraulich einsehbaren DVD-Spezifikationen ergeben...;-)

c) die Komplexität, die man sich, dem Author
und letztendlich dem Betrachter zumuten will.

Meine Erfahrungen seit 2004 besagen:

Weniger ist oft mehr! Viele grellbunte geschachtelte Menüs mit unklarer Hierarchie
und "User Prohibits" haben auch mich schon oft geärgert.

Ein einziges, maximal 2 bis 3 wohltuend designte Motion-Menüs
mit zirkularer Navigation ist besser bedienbar.
(jede Pfeiltaste führt irgendwann einmal zu jeder Schaltfläche und dann von vorn).

Am Sinnvollsten:
Nach 20-25 s Menüanzeige ohne Eingabe erfolgt der Auto-Start zum Hauptfilm.
Nach Film-Ende: Auto-Return zum Menü, die letzte Selektion ist vorgewählt.

Auch für ältere Menschen, die auch mit Sehschwäche und ohne Computerkenntnisse
eine DVD genießen wollen,
ohne sich erst umständlich im Halbdunkel
mit der viel zu klein bedruckten Fernbedienung
befassen zu müssen...

Copyright (c) 01.02.2010 dvd-manufactur.de

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